Gute Versorgung entsteht nicht zufällig
Interview mit Dr. Herbarth, Bereichsleiter Versorgungs- und Vertragsmanagement
Bevor wir neue Angebote entwickeln: Woher wissen wir eigentlich, was unsere Versicherten brauchen?
Verantwortung beginnt für uns damit, die Bedürfnisse unserer Versicherten zu verstehen. Dafür analysieren wir kontinuierlich das Versorgungsgeschehen und beobachten Entwicklungen im Gesundheitswesen. So erkennen wir frühzeitig, welche Themen und Bedarfe für unsere Versicherten besonders relevant werden.
Wie entscheiden wir, welche Angebote wir unseren Versicherten zugänglich machen?
Jede Entscheidung beginnt mit der Frage, welchen Nutzen ein Angebot für unsere Versicherten hat. Gleichzeitig prüfen wir, wie gut es zu den Versorgungsbedarfen passt und welchen Beitrag es langfristig für die Versorgung leisten kann.
Innovative Angebote können zunächst zusätzliche Kosten verursachen. Entscheidend ist für uns, ob sie die Versorgung nachhaltig verbessern und einen spürbaren Mehrwert schaffen. Deshalb überprüfen wir regelmäßig, ob die Maßnahmen die gewünschten Ergebnisse erzielen.
Gute Versorgung und wirtschaftliches Handeln schließen sich also nicht aus?
Nein, weil gute Versorgung häufig auch die wirtschaftlichere Versorgung ist. Werden Erkrankungen früh erkannt oder sogar verhindert, verbessert das die gesundheitlichen Chancen der Betroffenen und vermeidet oft aufwendige Behandlungen oder Krankenhausaufenthalte.
Das Prostatakrebs-Screening ist dafür ein gutes Beispiel. Wir investieren bewusst in eine bessere Vorsorge. Wird eine Erkrankung früh erkannt, können Betroffene oft schonender behandelt werden und spätere, deutlich belastendere Eingriffe lassen sich vermeiden. Davon profitieren die Versicherten und das Gesundheitssystem gleichermaßen.
Unterstützung im Ernstfall
2025 haben wir 850 Behandlungsfehler erkannt – das entspricht 56,66 Fällen je 100.000 Versicherte.
Wo können wir heute den größten Unterschied für unsere Versicherten machen?
Die größten Potenziale liegen oft dort, wo Erkrankungen zu spät erkannt oder notwendige Behandlungen zu spät begonnen werden. Deshalb setzen wir verstärkt auf Prävention, Früherkennung und Angebote, die Menschen frühzeitig erreichen.
Gleichzeitig schauen wir auf Bereiche, in denen Menschen Unterstützung benötigen, um sich im Gesundheitssystem besser zurechtzufinden oder Leistungen frühzeitig in Anspruch zu nehmen. Dort können wir für unsere Versicherten häufig einen spürbaren Unterschied machen.
Und wie sorgen wir dafür, dass diese Angebote die Menschen auch tatsächlich erreichen?
Ein gutes Angebot hilft nur dann, wenn die Menschen davon wissen. Deshalb informieren wir unsere Versicherten gezielt über Leistungen und Gesundheitsangebote, die für ihre persönliche Situation relevant sein können.
Beim Prostatakrebs-Screening sprechen wir beispielsweise gezielt Männer in den entsprechenden Altersgruppen an. Darüber hinaus nutzen wir Informationskampagnen, unsere Website sowie zunehmend digitale Kanäle. Mit unserem neuen IT-System eröffnen sich künftig zusätzliche Möglichkeiten, Informationen und Versorgungsangebote noch einfacher, passgenauer und effizienter bereitzustellen.
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