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KKH Kaufmännische Krankenkasse
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  • Dr. Michael Schramm: „Magnesium ist ideal“

    Der deutsche Hersteller Syntellix aus Hannover hat zusammen mit einem Netzwerk aus Medizinern und anderen Wissenschaftlern eine Magnesiumlegierung für biologische Knochenimplantate entwickelt. Dr. Michael Schramm von der Praxis Ortho Docs in Erlangen hat bereits Erfahrung mit der Anwendung:

    Herr Dr. Schramm, Magnesium als Implantat – wie funktioniert das?
    Das Metall Magnesium bildet als ein wichtiger Knochenbestandteil die Grundlage eines neuen Werkstoffes und ist aufgrund seiner ausgeprägten Verträglichkeit für medizinische Einsätze im Menschen ideal. Bisher konnte es aber wegen seiner chemischen und physikalischen Eigenschaften nur in geringem Umfang, vorwiegend in Form resorbierbarer Stents (Rohrgitter), in der Herz- und Gefäßchirurgie eingesetzt werden.

    Was ist neu an dieser Entwicklung?

    Man hat eine spezielle Magnesiumlegierung namens Magnezix entwickelt. Sie liefert die Grundlage für ein neuartiges metallisches Implantat, das den operierten Knochen bis zur Heilung sicher stabilisiert, gleichzeitig aber vom Körper kontrolliert abgebaut und durch körpereigenes Knochengewebe ersetzt wird. Das Magnesium regt zudem das Knochenwachstum an.

    Wo kommt Magnezix zum Einsatz?
    Die Implantate dienen zur Fixierung von Knochen und Knochenfragmenten. Wesentliche Einsatzgebiete sind bislang Korrekturen des Hallux valgus (Fehlstellung der Großzehe) und Brüche im Bereich der Handwurzel wie beispielsweise des Kahnbeins. Sie finden auch Verwendung bei verschiedenen Frakturen am Arm, bei Innen- und Außenknöchelbrüchen, Versteifungen von Finger- und Zehengelenken sowie bei Knochen-Knorpel-Defekten und knöchernen Bandausrissen am Knie.

  • Erich Balser: „Nach der Sozialwahl ist vor der Sozialwahl“

    Die Ersatzkassen und die Deutsche Rentenversicherung Bund wollen die Öffentlichkeit stärker über das Thema Selbstverwaltung informieren. Worum es dabei geht, erklärt der Vorsitzende des Verwaltungsrates der KKH, Erich Balser.

    Herr Balser, wir alle können uns noch an die umfangreiche gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit der Ersatzkassen und der Deutschen Rentenversicherung Bund im Vorfeld der Sozialwahl 2017 erinnern. Gibt es auch eine Informationskampagne nach der Sozialwahl?

    In der Tat gibt es diese. Die Versicherungsträger sind davon überzeugt, dass es entscheidend darauf ankommt, den Informationslevel über die Arbeit der Selbstverwalterinnen und Selbstverwalter auch zwischen den Sozialwahlen hoch zu halten. Wir sind uns darin einig, dass das Thema Selbstverwaltung noch stärker in der Öffentlichkeit dargestellt werden muss. Von daher hat die KKH gemeinsam mit den Ersatzkassen und der Deutschen Rentenversicherung Bund an einer Informationsinitiative gearbeitet, die für den Zeitraum 2019 bis 2022 ausgelegt ist.

    Was können sich die Versicherten darunter vorstellen?

    Mit unserer gemeinsamen Informationsinitiative wollen wir erreichen, die soziale Selbstverwaltung noch transparenter zu machen. Dies umfasst den Aufbau, die Funktion, die Arbeit und den Nutzen der sozialen Selbstverwaltung. Damit sollen die Informationen, die jede Kasse ihren Versicherten zur Verfügung stellt, wie zum Beispiel in aktiv+ oder im Internet, ergänzt werden.

    Wie wollen Sie das erreichen?
    Vereinfacht gesagt: Wir wollen die soziale Selbstverwaltung transparenter machen, praktisch zum Anfassen. Wir wollen vermitteln, dass Selbstverwaltung lebendig ist und die jeweiligen Selbstverwalter sich aktiv für die Interessen der Versicherten einbringen. Wir wollen Bewährtes weiterentwickeln und zusätzlich neue Wege in der Kommunikation gehen.

    Ein erster Schritt war die Veröffentlichung der Studie „Was uns antreibt: Engagiert in der Selbstverwaltung“, bei der die Selbstverwalter der Ersatzkassen zu ihrem ehrenamtlichen Engagement befragt wurden (kkh.de/verwaltungsrat). Darüber hinaus werden seit geraumer Zeit für die Selbstverwalter Social-Media-Trainings und Medienworkshops durchgeführt. Dies mit dem Ziel, die Selbstverwalter im Umgang mit den neuen Medien sicherer zu machen. Als tolles Beispiel möchte ich hier ein Interview mit unserem Verwaltungsratsmitglied Anke Fritz als Expertin zum Thema „Entlassmanagement“ erwähnen. 

    Zu wichtigen Themen aus der Sozialversicherung treten auch Selbstverwalter der anderen Versicherungsträger in Erscheinung. Letztendlich tragen alle mit diesem Engagement dazu bei, dass die Arbeit der Selbstverwaltung aktiv wahrgenommen wird.

    Gibt es hierzu auch einen Internetauftritt?
    Ja. Mit der neuen Website soziale-selbstverwaltung.de wollen wir den Interessenten deutlich mehr Informationen über die Arbeit und die Personen geben, die hinter der Selbstverwaltung stehen. Ich finde, dass es uns mit dem neuen Auftritt gelungen ist, interessante Themen in lockerer, moderner Aufmachung darzustellen. Die ebenfalls neuen Angebote wie die Dialogbox können nach meinem Dafürhalten dazu beitragen, dass wir unser eingangs erwähntes Ziel auch erreichen werden. Denn wir alle wissen: Nach der Sozialwahl ist vor der Sozialwahl.

  • Matthias Opdenhövel: „Pilates geht immer“

    Er ist das Gesicht der ARD bei den großen Fußballspielen. Moderator Matthias Opdenhövel lebt für den Sport – auch in der Familie. Seit einigen Jahren schwört er auf Pilates. Warum, verrät er im Interview.

    Matthias Opdenhövel, 48, ist den meisten Fernsehzuschauern bekannt als Moderator bei der ARD-„Sportschau“ und bei großen Turnieren wie der Fußball-WM und -EM oder beim Skispringen. Seine TV-Karriere startete der gebürtige Detmolder 1994 als Redakteur beim Musiksender Viva, später moderierte er Sendungen wie „Bitte lächeln“ bei RTL II, „Hast Du Töne?“ bei Vox und „Schlag den Raab“ bei ProSieben, wofür er mit dem Deutschen Fernsehpreis und der Goldenen Kamera ausgezeichnet wurde. Im vergangenen Jahr veröffentlichte er zusammen mit seiner Trainerin Mariam Younossi das Buch „Pilates für Männer“ (erschienen bei Knaur Balance). Opdenhövel lebt mit Frau und zwei Söhnen in Köln. Privat engagiert er sich für die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei).

    Facebook: @matthiasopdenhoevel
    Instagram: @matthiasopdenhoevelOfficial
    Twitter: @mopdenhoevel

    Herr Opdenhövel, bei den großen Sport-Events live dabei sein: War das schon als kleiner Junge Ihr Traum?

    Ganz klar: Ja. Die erste Fußball-WM, die ich bewusst miterlebt habe, war 1978. Ich war sieben Jahre alt und merkte, was bei meinem Vater und meinem Onkel am TV für eine Begeisterung bei so einem großen Turnier aufkam. Aber mich hat auch damals schon jedes Bundesligaspiel in der Zusammenfassung der „Sportschau“ elektrisiert.

    Was war bisher Ihr ganz persönliches Highlight?
    Natürlich das WM-Finale 2014. Bei so einem Spiel mit deutscher Beteiligung im Maracanã-Stadion als Moderator stehen zu dürfen, kann von nichts getoppt werden. Und dann noch mit diesem Ausgang. Perfekt!

    Welcher Sportler hat Sie in den vergangenen Jahren am meisten beeindruckt?
    Im Fußball ist das Toni Kroos – sportlich und menschlich Weltklasse. Seine Stiftung (Anm. d. Red.: für schwer kranke Kinder) ist ihm genauso viel wert wie jedes Champions-League-Finale.

    Sie sind Fußballfan, für welchen Verein schlägt Ihr Herz?
    Borussia Mönchengladbach – da bin ich in eine Familientradition hineingewachsen. Schon als Kind haben mich mein Vater und mein Großvater ins Stadion mitgenommen und mich mit ihrer Leidenschaft angesteckt. Da hatte ich gar keine andere Wahl (lacht).

    Gehen Sie auch privat mal ins Stadion?
    Natürlich. Sooft es geht. Fußball live im Stadion ist immer spitze. Gerne gehe ich mit Kumpels oder meinen Söhnen. Aber es muss nicht immer ein Länderspiel, die Champions League oder die Bundesliga sein. Ein Amateurspiel in einem alten Stadion mit einer ehrlichen Bratwurst ist auch super! 

    Sind Ihre Söhne sportlich?
    Die sind sehr breit aufgestellt, was den Sport angeht. Das Schöne ist, dass wir viele gemeinsame Hobbys haben, zum Beispiel Fußball, Tennis, Golf, Skifahren. Meine Söhne sind zum Glück sehr sportbegeistert und hatten immer Lust, alles auszuprobieren. Sie lieben den Wettkampf. Im Sommerurlaub surfen wir auch gemeinsam. 

    Sie reisen viel, wie bauen Sie Bewegung in Ihren beruflichen Alltag ein?
    Immer mal wieder eine Runde ins Schwimmbad oder joggen. Es findet sich auch im hintersten Winkel von Polen beim Skispringen irgendwo eine Tennishalle, und dann kreuzt man mit einem Kollegen schnell mal die Schläger. Und Pilates auf dem Handtuch im Zimmer geht auch immer.

    Sind Sie bei der Ernährung auch so diszipliniert?
    Ich versuche es, aber es klappt nicht immer. An einem Tiramisu kann ich zum Beispiel nicht vorbeigehen …

    Im Herbst 2018 erschien Ihr Buch „Pilates für Männer“. Wann und wie haben Sie dieses Training für sich entdeckt?
    Ich hatte nach meinem 40. Geburtstag immer häufiger Rückenprobleme, und meine Frau hat es mir dann irgendwann empfohlen. Sie macht das schon viel länger. Hat super funktioniert, und ich finde, es ist das beste Ganzkörper-Fitnesstraining überhaupt. Sehr viele Profisportler – ob Fußballer, Tennisspieler, Golfer, Skispringer oder Basketballer – sehen das übrigens genauso.

    Welche positiven Auswirkungen hat Pilates?
    Die Beweglichkeit wird erhöht, die Verletzungsanfälligkeit verringert und das Körpergefühl im Allgemeinen verbessert.  

    Wie unterscheidet sich Pilates für Männer von dem für Frauen?
    Gar nicht. Aber es ist mir und meiner Trainerin Mariam Younossi ein Anliegen zu zeigen, dass diese Fitnessmethode auch für Männer hervorragend geeignet ist. Im Übrigen war der Erfinder Joseph Pilates ein Boxer, der diese Methode ursprünglich für sich und seine Kumpels entwickelt hat. 

    Bei Sportveranstaltungen stehen Sie häufig bei Wind und Wetter draußen. Ihre Tipps gegen Erkältungen?
    Zwiebellook, viele Vitamine – und sich nicht so anstellen (lacht).

  • Dr. Michael Hauch: „Es arbeitet jede Sekunde“

    Dr. Michael Hauch, 62, hat gemeinsam mit seiner gleichaltrigen Frau, der Medizinjournalistin Regine Hauch, das Buch „Ihr unbekanntes Superorgan – Alles über das Immunsystem“ verfasst. Der Mediziner hat viele Jahre in der Onkologie und in der Knochenmarktransplantation der Uniklinik in Düsseldorf und am Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York gearbeitet sowie geforscht und danach als niedergelassener Kinder- und Jugendarzt in Düsseldorf praktiziert.

    Herr Dr. Hauch, wieso ist das Immunsystem für Sie das „unbekannte Superorgan“?
    Unbekannt deshalb, weil die wenigsten Menschen über ihr Immunsystem Bescheid wissen. Wenn sie Schnupfen und Husten plagen, schimpfen sie höchstens über dessen Versagen. Die inneren Organe kennen wir, aber das Immunsystem ist für die meisten zu abstrakt. Und „Superorgan“, weil es jede Sekunde unbemerkt arbeitet und wir ohne es nicht leben könnten.

    Warum ist Schlaf so wichtig für dieses Superorgan?
    Weil das Immunsystem Zeit braucht, um sich zu regenerieren. Im Schlaf arbeitet es zwar weiter, kämpft etwa gegen mögliche Angreifer wie Viren. Aber es transportiert auch abgestorbene Zellen ab und produziert vor allem neue Zellen und Antikörper. Deshalb sind unsere Abwehrkräfte morgens am stärksten. Dauerhafter Schlafmangel hingegen schwächt das Immunsystem und führt zu körperlichen und psychischen Beschwerden.

    Wenn wir uns erkälten – ist daran wirklich die Kälte schuld?
    Ein ganz klares Nein. Was wir Erkältung nennen, wird durch Viren ausgelöst. Und diese werden von Mensch zu Mensch übertragen – etwa durch Niesen oder Husten. Mit der Kälte oder dem Frieren hat das nichts zu tun. Die Tatsache, dass es im Winter mehr Infektionen gibt, liegt vielmehr daran, dass wir bei Kälte enger zusammenrücken und Viren in beheizten Räumen länger überleben.

    Welchen Einfluss hat unsere Psyche auf das Immunsystem?
    Einen riesigen! Schon ein paar Tage voller Stress und Traurigkeit können das Immunsystem aus dem Gleichgewicht bringen. Dagegen kann allein die Berührung von einem lieben Menschen, in den Arm genommen zu werden, das Immunsystem stärken. Dauerhaftes Alleinsein kann an sich – wie chronischer Stress – Krankheiten hervorrufen und das Sterberisiko erhöhen.

    Stimmt es, dass unglückliche Menschen ein höheres Krebsrisiko haben?
    Nein, eine sogenannte Krebspersönlichkeit gibt es nicht. Ich habe nicht nur in der Onkologie und Knochenmarktransplantation gearbeitet und geforscht, sondern war selbst Krebspatient, habe also Erfahrungen von beiden Seiten: Menschen erkranken nicht deshalb an Krebs, weil sie cholerisch, traurig oder unglücklich sind. Bei 60 Prozent der Krebserkrankungen handelt es sich um reinen Zufall, es kann also jeden treffen. Die anderen 40 Prozent setzen sich aus Vererbung, Erbdefekten, Umweltgiften wie Feinstaub oder ungesunder Lebensführung wie Rauchen zusammen.

    Welchen Einfluss hat eine Chemotherapie auf das Immunsystem?
    Das ist eine kontrollierte Zellvergiftung: Die Medikamente zerstören nicht nur Krebszellen, sondern auch gesunde Zellen und schwächen so das Immunsystem: Die Abwehrzellen und die Antikörperproduktion sinken ins Bodenlose. Während einer Chemotherapie in den ersten Monaten danach sollte man daher auf Menschenansammlungen wie etwa im Kino, im Stadion oder in Bus und Bahn verzichten.

    Kann eigentlich ein zu sauberes Umfeld krank machen? 
    Sauberkeit ist schon gut, aber wenn wir in einem sterilen Haushalt leben, leidet unser Immunsystem. Durch aggressive Putzmittel und Hygienereiniger zerstören wir nicht nur die schädlichen Keime. Wir radieren damit auch die guten Bakterien aus, die zum Beispiel für ein gesundes Darmmilieu sorgen. Und: Eine gewisse Portion an Keimen braucht das Immunsystem, um im Training zu bleiben. Sich viel draußen aufzuhalten, ist auf jeden Fall besser als in einer keimlosen Zelle zu wohnen. 

    Haben also Kinder vom Bauernhof ein stärkeres Immunsystem?
    Ob sie weniger Infekte haben, ist nicht nachgewiesen. Was stimmt: Sie leiden weniger unter Allergien, insbesondere gegen Tierhaare. Aber dazu müssen nicht alle auf den Bauernhof ziehen. Denn: Wenn ein neugeborenes Kind mit Haustieren aufwächst, entwickelt es ebenso weniger Allergien. Abgesehen davon wird die Neigung zu Allergien größtenteils vererbt. Und: Einer der wichtigsten Faktoren, um zum Beispiel Asthma zu entwickeln, ist das passive Rauchen.

    Gibt es einen Zusammenhang zwischen Impfungen und Allergien?
    Nein, zahlreiche Studien belegen, dass Impfungen die Allergieanfälligkeit des Kindes nicht erhöhen und das Immunsystem keinesfalls schwächen. Im Gegenteil: Impfungen schützen das Kind vor ernsthaften Erkrankungen. Impfungen schulen das Immunsystem, es bildet dadurch Gedächtniszellen, damit es im Ernstfall mit den richtigen Antikörpern gegen die Krankmacher kämpfen kann. Und: Je früher Kinder eine Impfung erhalten, desto besser, da der Impfschutz nicht nur schneller und mit weniger Nebenwirkungen einsetzt, sondern auch dauerhafter ist. 

    Wie stark können wir unser Immunsystem durch unsere Lebensweise beeinflussen?
    Vor allem durch Bewegung. Damit ist nicht unbedingt Sport gemeint. Es reicht, spazieren zu gehen oder zu walken. Dreimal pro Woche eine halbe Stunde genügt. Zu viel Sport dagegen ist eher negativ. Nach einer anstrengenden Trainingseinheit haben Menschen über vier bis fünf Stunden ein deutliches Immunloch. Unterstützen können wir unser Immunsystem auch durch eine ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch, Olivenöl und wenig Fleisch.

  • Dr. Anja Luci: „Man muss es wollen“

    Dr. Anja Luci, 41, ist Ernährungsexpertin bei der KKH.

    Frau Dr. Luci, fasten, um abzunehmen – ist das tatsächlich eine gute Idee?
    Das kommt auf die Methode an. Beim Heil-, Saft- oder Suppenfasten können ein paar Pfunde purzeln. Die sind allerdings meist schnell wieder auf den Hüften. Nachhaltig Gewicht zu verlieren, klappt am besten mit einer konsequenten Ernährungsumstellung. Das Intervallfasten kann dafür ein guter Einstieg sein.

    Wie schafft man es, den Versuchungen zu widerstehen und die Fastenkur durchzuhalten?

    Die Voraussetzung schlechthin: Fasten muss man wirklich wollen. Was unterstützt: gemeinsam zu fasten, reichlich Wasser und ungesüßten Tee zu trinken, zuckerfreie Kaugummis und Bewegung, die lenkt nicht nur ab, sondern ist auch gesund.

    Kann und sollte jeder fasten?
    Das strenge Heilfasten sollte immer ärztlich begleitet werden. Wichtig ist auch, den Körper auf den radikalen Nahrungsentzug vorzubereiten. Kindern, Untergewichtigen, Kranken, Schwangeren und Stillenden raten wir generell vom Fasten ab.

    Frau Dr. Luci, was passiert während des Fastens im Körper?
    Der Körper fährt bei starker Nahrungsumstellung wie beim Heilfasten von 100 auf null runter. Das kann anfangs als sehr zehrend und anstrengend erlebt werden. Grund dafür ist, dass sich der Energiekreislauf ändert. Der Körper wird gezwungen, benötigte Glukose selbst zu produzieren. Erst bedient er sich der Proteinspeicher in der Muskulatur, dann baut er Fett ab. So verliert man an Gewicht. Auch das Hungergefühl lässt nach. An seine Stelle tritt ein Hochgefühl, da das Gehirn mehr Serotonin produziert, das gute Laune macht.

    Beim Intervallfasten muss man weder auf sein Lieblingsgericht noch auf Süßes verzichten. Eine empfehlenswerte Fastenart, Frau Luci?
    Der wesentliche Vorteil des Intervallfastens gegenüber anderen Methoden, die sich über maximal zehn Tage erstrecken, ist: Es lässt sich unkompliziert und langfristig in den Alltag integrieren. Dabei darf man in einem bestimmten Zeitfenster wie gewohnt essen, danach folgt eine längere Essenspause, in der unser Körper Fett abbaut. Am beliebtesten ist die 16:8-Methode, bei der man wechselweise acht Stunden isst und 16 Stunden pausiert. Wer zum Beispiel um sieben Uhr frühstückt, muss sich ab 15 Uhr enthalten und aufs Abendbrot verzichten. Wichtig ist, während des verkürzten Mahlzeitenfensters nicht öfter oder größere Mengen zu essen.

    Kann ich von heute auf morgen mit dem Fasten loslegen?
    Bei einigen Fastenarten wie dem klassischen Heilfasten oder dem Saftfasten ist das keine gute Idee. Hierfür sollte der Körper unbedingt auf den Nahrungsentzug vorbereitet werden. Für die sogenannten Entlastungstage empfehle ich wenig Fleisch, Fett und Salz und möglichst keinen Zucker, kein Weißmehl, Koffein und Nikotin. Stattdessen Leichtverdauliches auf den Speiseplan setzen wie gedünstetes Gemüse, Reis und Obst. Während der Fastenkur gibt es dann nur Flüssiges – maximal 500 Kalorien pro Tag in Form von Wasser, Kräutertees, Obst- und Gemüsesäften sowie Brühe.

    Welche positiven Effekte hat Fasten für unseren Körper?
    Fasten tut Körper und Geist nachweislich gut. Der Blutdruck sinkt, der Blutzuckerspiegel stabilisiert sich, Cholesterin- und Entzündungswerte verbessern sich, Rheumabeschwerden werden gelindert, das Gewicht geht runter und die Stimmung rauf. Fasten lehrt darüber hinaus, andere Prioritäten zu setzen und mit weniger zufrieden zu sein.

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