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  • Dr. Christian Jung: „Ich habe auch jetzt noch ein Leben“
    christian-jung

    Dr. Christian Jung, 57, ist Biologe und Wissenschaftsjournalist. Seit er 2008, mit gerade 45 Jahren, die Diagnose Parkinson erhielt, lebt er mit der Krankheit und ihren Begleiterscheinungen. Im Interview erzählt er, wie ihm das gelingt und was er anderen Betroffenen rät.

    Wann wurde Parkinson bei Ihnen festgestellt und was waren die ersten Symptome?

    Im Herbst 2008, als gerade mein 45. Geburtstag anstand. Nach einer längeren Zeit der Ungewissheit verdichtete sich als Verdacht, was bereits Jahre zuvor schleichend und sich langsam steigernd in Form verschiedener Symptome Einzug in meinen Alltag gehalten hatte. In jenen Wochen formulierte sich die Diagnose Parkinson. Wie im Zeitraffer rückwärts erkannte ich plötzlich die Anzeichen, mit denen sich die Krankheit zunächst nahezu unmerklich, dann jedoch mit immer mehr Nach­druck in mein Leben geschlichen hatte. Erste Einschränkungen im Alltag hatte es zwei Jahre vor der Diagnose gegeben, als sich mein linker Fuß beim Joggen stets kurze Zeit nach dem Start merkwürdig „verhielt“; es war eine Mischung aus Verkrampfen und Einschlafen – präziser kann ich das Gefühl auch heute nicht beschreiben. Etwa ein Jahr danach begann mein linker Arm, merklich zu zittern. Und dann überfielen mich immer häufiger Rücken- und Schulterschmerzen. Sie überstiegen in ihrer Wucht alles bis dato Erlebte. Irgendwann schaffte ich nicht einmal mehr die zehn Minuten mit dem Fahrrad ins Büro.

    Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Diagnose bekamen?

    Parkinson! – Ich? Das kann nicht sein. Ich bin gerade 45 Jahre alt geworden. Ausgeschlossen, unmöglich, nicht … ICH! Ich bin zu jung dafür! Zu sportlich! … Natürlich hätte ich es besser wissen müssen, denn als Biologe und Wissenschaftsjournalist arbeite ich seit Jahren zu solchen Themen. Aber darauf war ich nicht vorbereitet.

    Was sind die größten Einschränkungen im Alltag?

    Ohne Zweifel erlebe ich viele Momente, in denen es mir inzwischen nach der Tiefen Hirnstimulation im Sommer 2018 wieder richtig gut geht – auch wenn die körperlichen Symptome immer gegenwärtig sind. Spürbar sind beispielsweise im Jahr zwölf nach der Diagnose eine teils nicht richtig funktionierende Feinmotorik; auch ziehe ich das linke Bein ab und an nach, stolpere hin und wieder und habe darüber hinaus des Öfteren Schwierigkeiten beim Geradeausgehen. Ich fühle meine Kraft manchmal schwinden, bin dann und wann erschöpft, weil es doch Mühe kostet, den Tag zu bestreiten, die Normalität des Gewohnten und des Gewollten und einfach sich selbst aufrecht zu halten. Und letztlich erfordert mein Leben eben mehr Kraftaufwand als es „normalerweise“ der Fall wäre; eine physische Energie, die aufzubringen ich mich ab und an zwingen muss. Ich habe bereits bitter lernen müssen, dass Bewegung nach Belieben ein Luxus in diesem Dasein ist. Im letzten Jahr vor der Tiefen Hirnstimulation durchlebte ich schwere Phasen. Die Hälfte des Tages funktionierten meine Beine praktisch nicht mehr – und das Tag für Tag. Mithilfe immer neuer Tricks versuchte ich, sie zu zwingen, zu überlisten oder zu veranlassen, mich doch bitte schön halbwegs vernünftig vorwärts zu bringen.

    Wie unterscheidet sich Ihr Leben mit der Krankheit von Ihrem Leben davor? Und wie reagierten Ihre Familie und Freunde?

    Die Menschen in meinem Leben sind teils die alten, teils neue. Manche der Freunde aus der Zeit „davor“ haben sich wohl aus Bequemlichkeit oder weil es anstrengend wurde, aus meinem Leben verabschiedet. Oft fühle ich mich durchlässig, verletzlicher als früher – aber auch stark. In jedem Fall hat das „Danach“ zumindest seinen täglichen Schrecken verloren, und an das „Davor“ – egal wie schön und einzigartig es war – kann ich mich meist erinnern, ohne allzu viel Wehmut oder Verlust zu empfinden. Ich erschrecke aber immer noch dann und wann, wenn ich merke, dass die Signale von meinem Gehirn nicht wie gewünscht an den Rest des Körpers weitergeleitet werden. Ebenso, wenn ich in den Spiegel schaue und manchmal die Auswirkungen der Krankheit in meinem Gesicht sehe, die allmählich schwindende Mimik, die Schmerzfalte auf der Stirn. Dann denke ich, das bin gar nicht ich. Ich sehe mich auf alten Fotos, und da ist es wieder, dieses „Davor“, das nicht nur ein „Da-war-ich-jünger“ ist, sondern auch ein „Da-ging-es-mir-noch-gut“. Und manchmal, wenn ich morgens schlaftrunken ins Bad stakse und am Spiegel vorbeischleiche, denke ich: Was macht bloß dieser alte Mann in meinem Zuhause?

    Wie gehen Sie mit der Krankheit um? Wie bewahren Sie sich die Freude am Leben, die Hoffnung auf Besserung und einen positiven Blick in die Zukunft?

    Die kurze Antwort darauf lautet: Ich glaube, ich bin einfach ein positiv denkender Mensch. Außerdem habe ich irgendwann gemerkt, dass durch Parkinson auch Neues in mein Leben tritt, sich seinen Platz sucht – manchmal von allein. Ich habe Menschen kennengelernt, die ich sonst nie getroffen hätte, und erlebe besondere Begegnungen. Ich versuche, mir immer wieder selbst nachdrücklich zu sagen: Bleib dran! Du hast auch mit Parkinson noch ein Leben. Und wie es morgen aussieht, kann ich sowieso nicht einschätzen. Denn der morgige Tag, das habe ich gelernt, kann schon ganz anders sein.

    Und so formuliert sich meine „Überlebens“-Strategie im Grunde ganz einfach: Ich bemühe mich, bei allen Stimmungseinbrüchen, die ich natürlich auch habe, mir eine zugewandte, freundliche Haltung zu bewahren, fröhlich gestimmt zu sein. Viel zu lachen, Sport zu treiben, mich überhaupt mit anderen gemeinsam zu bewegen, positiv zu denken, humorvoll zu bleiben – egal wie schräg oder schief eine Situation auch verlaufen mag. Zudem versuche ich, nicht übermäßig viel allein zu sein und stets der Protagonist meiner eigenen Geschichte zu bleiben, mir mein Leben nicht mehr als unbedingt nötig aus der Hand nehmen zu lassen. Ich vermeide es auch, meine Restlaufzeit zu sehr mit Ritualen zu füllen, mit Gewohnheiten und Pflichten, zwischen die nichts Neues, Unvorhergesehenes mehr schlüpfen kann – sonst altert man, ohne zu leben. Und so heißt mein nächstes, mein alltägliches Abenteuer immer wieder aufs Neue „Leben“. Das Leben leben. Man braucht schon ein wenig Mut, ehrlich sich selbst gegenüber zu sein; offen umzugehen mit dem Erlebten und den Befürchtungen und vor allem: mit dem Wissen über das, was kommt, den Folgen und all dem, von dem man allmählich erst begreift, was zu „all dem“ eben alles gehört. Aber dieser Mut, so lange es geht zu versuchen, sein Leben so zu führen wie alle anderen um einen herum auch: genauso eigenständig, genauso selbstbestimmt, genauso verbunden mit Zielen und Träumen, Überraschungen und Enttäuschungen – dieser Mut wird belohnt. Das ist eine der zentralen Botschaften, die ich an dieser Stelle jedem mitgeben möchte. Ja, und das ist es eigentlich auch schon, worauf ich mich seit meiner Diagnose mehr und mehr konzentriere.

    Was raten Sie anderen Betroffenen, die erst kürzlich die Diagnose erhalten haben?

    Die drei Hauptbotschaften für jeden Parkinson-Patienten sollten grundsätzlich lauten: Erstens: nicht aufgeben! Zweitens: Zieh dich nicht zurück aus dem sozialen Leben; nimm, so gut es geht, an allem teil, an dem du teilnehmen möchtest! Und da aller guten Dinge drei sind: Versuche immer wieder, das Leben neu zu lernen! Auch wenn das nicht leichtfällt. Denn es besteht ja durchaus viel Grund zur Hoffnung und zum Optimismus.

    Sie haben sich letztes Jahr einen Hirnschrittmacher einsetzen lassen. Hat sich der Eingriff gelohnt? Und würden Sie ihn anderen Patienten empfehlen?

    Nun, letztlich ist es trotz aller Argumente, die der Kopf parat hat und die dafür oder dagegen sprechen, eine Bauchentscheidung. Auch ein und dieselbe Krankheit stellt für jeden eine andere Herausforderung dar, in der den einen dieses Symptom mehr belastet und den anderen jenes. Es gibt kein absolutes Ja oder Nein, kein Richtig oder Falsch, sondern nur eine bestimmte Entwicklung der Erkrankung, die der eine Betroffene so und der andere so nimmt und in deren Verlauf dann der Moment kommt, in dem die Tiefe Hirnstimulation eine Option sein kann. Jedes Leben und Erleben bietet letztlich erfahrungsgestützt eigene Antworten: Ob und wie ein Mensch zu guter Letzt den Weg aus seiner Verzweiflung finden kann oder will – oder vielleicht auch nicht –, das ist individuell verschieden. Das entscheidet jeder für sich.  Und das sollte auch respektiert werden.

    Ich bin froh, dass ich die Tiefe Hirnstimulation gewagt habe. Seit dem Eingriff freue ich mich jeden Tag aufs Neue darüber, wie körperlich fit ich mich fühle, dass ich nachts wieder sechs, sieben Stunden schlafen kann und zudem spürbar weniger Medikamente brauche. Ich habe, so sieht es zumindest im Moment aus, viel gewonnen. Und dafür bin ich dankbar – zuallererst den Ärzten und allen Mitwirkenden im OP und vielen weiteren Menschen, die unmittelbar oder mittelbar dazu beigetragen haben: Freunde, Familie, Nachbarn. Aber wer mehr darüber wissen möchte: In meinem Buch „Noch mal durchstarten“ berichte ich unter anderem minutiös von dem insgesamt siebeneinhalb Stunden dauernden Eingriff, den ich bei vollem Bewusstsein erlebt habe.

  • Dr. Anja Luci: „Die Mischung macht’s“ inkl. Rezept
    Dr. Anja Luci - KKH Ernährungsexpertin

    Dr. Anja Luci, 42, ist Ernährungsexpertin bei der KKH. Sie erklärt im Interview, wie gesund die angesagten Superfoods wirklich sind.

    Frau Luci, haben Superfoods tatsächlich Superkräfte?

    Die Produkte zeichnen sich durch eine hohe Nährstoffdichte aus. Was diese Nährstoffe bewirken, lässt sich jedoch kaum exakt nachweisen. Zum einen stehen sie in Wechselwirkung miteinander, zum anderen ist jeder menschliche Organismus anders beschaffen. Auch der individuelle Lebensstil des Verbrauchers spielt eine Rolle.

    Tun wir unserem Körper wirklich einen Gefallen, wenn wir möglichst viel Superfood auf den Speiseplan packen?

    Nicht „je mehr, umso besser“ sollte das Maß der Dinge sein, sondern eine ausgewogene Ernährung. Wer abwechslungsreich isst, der macht schon vieles richtig. Die klassische Ernährungspyramide ist nach wie vor eine gute Orientierung: viel Gemüse und Obst, wenig Fett und Süßigkeiten.

    Welches heimische Lebensmittel ist Ihr persönlicher Superstar?

    Unter anderem bin ich ein großer Fan von Haferflocken, Beeren und Nüssen. Damit kann man prima in den Tag starten, sei es als Müsli oder als warmes Porridge mit fruchtigem Topping. Auch toll: Salate aus Kohlsorten wie Brokkoli oder Romanesco.

    Rezept: Nusspowerriegel

    Zutaten

    • 180 Gramm Haferflocken, Großblatt
    • 2 Esslöffel gemahlene Haselnüsse
    • 1 Prise Salz
    • 1 Teelöffel Hanfsaat, geschält
    • 7 Esslöffel neutrales Pflanzenöl
    • 5 Esslöffel Honig
    • 75 Gramm Haselnüsse
    • 1 Prise Zimt
    • 1 Prise Vanille

    Zubereitung

    Alle trockenen Zutaten in einer Schüssel vermischen. Fett in einer Pfanne flüssig werden lassen und alle Zutaten und den Honig hinzugeben. Bei mittlerer Hitze für einige Minuten rösten und immer wieder umrühren. Backofen auf 150 Grad Umluft vorheizen. Backblech mit Backpapier auslegen und Masse auf dem Blech verteilen. Ab in den Ofen und für 25 Minuten goldgelb backen. Heiß aufschneiden. Abkühlen lassen und genießen. Die Riegel halten gut gekühlt für ungefähr zwei Wochen.

    entnommen aus: „Unser heimisches Superfood: Im Alpenraum sammeln und selber zubereiten“, Servus Verlag, 180 Seiten, ISBN: 978-3-710-40207-4, 18,- Euro
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