Hautkrebs früh erkennen: Über Prävention, Symptome und Screenings
05.05.2026 • 7 Minuten Lesedauer
Mai ist „Hautkrebsmonat”. In diesem Monat wird verstärkt über Hautkrebs aufgeklärt. Wenn Sonnenwetter nach draußen lockt, ist es gut über die Gefahren von Hautkrebs Bescheid zu wissen, um informiert und gleichzeitig entspannt in den Sommer zu starten.
Was ist Hautkrebs?
Unter dem Begriff Hautkrebs werden verschiedene bösartige Hautveränderungen zusammengefasst. Unterschieden wird zwischen schwarzem Hautkrebs (malignes Melanom) und weißem Hautkrebs (Nicht-Melanom-Hautkrebs). Weißer Hautkrebs ist wesentlich verbreiteter und wird weiter in Basalzellkarzinome (Basaliome) und Plattenepithelkarzinome (Spinaliome) unterteilt.
Insgesamt steigen die Hautkrebsdiagnosen in Deutschland, was vor allem auf die demographische Entwicklung, also die Alterung der Bevölkerung, aber auch auf eine verbesserte Früherkennung, zurückzuführen ist.
Hauptursache für Hautkrebs ist in vielen Fällen UV-Strahlung, die die DNA der Hautzellen schädigt. Besonders sonnenexponierte Hautregionen wie das Gesicht sind gefährdet. Zwar verfügt die Haut über Reparaturmechanismen, dennoch besteht das Risiko, dass Zellen entarten und Tumore bilden. Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft UV-Strahlung daher als krebserregend ein.
Während weißer Hautkrebs meist langsam wächst und selten metastiert, ist schwarzer Hautkrebs aggressiver und kann früh in benachbarte Gewebe streuen und Metastasen bilden. Aber auch hier sind die Heilungschancen im frühen Stadium sehr gut. Solange sich die Erkrankung noch auf die Oberhaut begrenzt, kann der Tumor in den meisten Fällen mit einem schnellen operativen Eingriff entfernt werden.
Wie sieht Hautkrebs aus?
Um Hautkrebs rechtzeitig behandeln zu können, ist es wichtig, ihn frühzeitig zu erkennen. Viele fragen sich, wie Hautkrebs ganz am Anfang aussieht. Eine pauschale Antwort gibt es nicht. Hautkrebs verursacht zu Beginn oft keine Schmerzen und bleibt ohne Früherkennungsuntersuchungen daher oft unentdeckt.
Das Basalzellkarzinom, die häufigste Form des weißen Hautkrebses, zeigt sich anfänglich oft als roter Fleck, unscheinbares Knötchen oder eine kleine Entzündung, die nicht abheilt. Meist wächst es über Jahre hinweg. Plattenzellkarzinome erscheinen am Anfang als schorfige, krustige Hautstellen. Die Farbe der betroffenen Haut ändert sich zu Beginn selten, daher der Name „weißer Hautkrebs“ oder „heller Hautkrebs“.
Wachsende Hautknötchen oder Wunden, die nicht abheilen, sollten ärztlich kontrolliert werden. Auch bei neuen oder sich verändernden Muttermalen ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Etwa zehn bis 20 Prozent der Melanome (schwarzer Hautkrebs) entwickeln sich aus bestehenden, ursprünglich gutartigen Muttermalen.
Die ABCDE-Regel
Als einfache Merkhilfe, um verdächtige Pigmentmale zu erkennen, gilt die ABCDE-Regel. Untersuchen Sie Ihre Muttermale auf folgende Merkmale:
A = Asymmetrie: Hat das Pigmentmal eine unregelmäßige Form?
B = Begrenzung: Sind die Ränder unregelmäßig oder ausgefranst?.
C = Color (Farbe): Weist der Fleck unterschiedliche Färbungen (hell und dunkel) auf?
D = Durchmesser: Ist der Durchmesser größer als fünf Millimeter oder hat er zugenommen? Beachten Sie, dass es auch kleinere Melanome geben kann.
E = Erhabenheit: War das Pigmentmal vormals flach und hat nun einen erhabenen Anteil entwickelt?
Wenn mindestens eines dieser Merkmale zutrifft, sollten Sie das Pigmentmal hautärztlich untersuchen lassen.
Hautkrebsscreening: Wie oft sollte man gehen?
Wenn Sie auffällige Hautveränderungen feststellen, vereinbaren Sie am besten direkt einen Termin zur dermatologischen Abklärung. Ab einem Alter von 35 Jahren ist ein zweijährliches Hautkrebsscreening sinnvoll.
Personen mit einem erhöhten Hautkrebsrisiko sollten nach ärztlicher Empfehlung häufiger zur Kontrolle gehen. Das betrifft insbesondere helle Hauttypen, die schnell zu Sonnenbränden neigen. Auch Menschen, deren Immunsystem durch Krankheiten oder medikamentöse Therapien geschwächt ist, haben ein erhöhtes Risiko, an Hautkrebs zu erkranken.
Die Untersuchung zur Hautkrebsfrüherkennung führen in der Regel Dermatologinnen und Dermatologen (Hautärztinnen und Hautärzte) durch. In Deutschland dürfen auch speziell geschulte Hausärztinnen und Hausärzte das Hautkrebs-Screening durchführen. Bei Verdachtsfällen folgt eine Überweisung an eine dermatologische Praxis. Besteht nach einem Screening ein konkreter Hautkrebsverdacht, wird die auffällige Hautstelle meist entnommen und pathologisch untersucht.
Tipp: Verzichten Sie für das Screening auf Make-up und Nagellack. Auch ihre Kopfhaut wird untersucht, deshalb sollten Sie ihre Haare offen tragen. Hautkrebs kann sogar unter den Fingernägeln entstehen, aber auch an Stellen, die Sie selbst nicht immer im Blick haben. Daher wird der gesamte Körper betrachtet.
Prävention: Wie können Sie Ihr Hautkrebs-Risiko senken?
Zusätzlich zu den Hautkrebs-Screenings sollten Sie Ihre Haut monatlich selbst kontrollieren. Am besten betrachten Sie Ihre Haut bei gutem Licht und dokumentieren Veränderungen fotografisch. Beachten Sie auch die ABCDE-Regel.
Vorbeugen ist die beste Strategie gegen Hautkrebs. Ein zentraler Bestandteil der Prävention ist es, sich vor UV-Strahlung zu schützen. „Jede Schädigung der Haut durch UV-Strahlung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass das Erbgut der Pigmentzellen trotz vorhandener Reparaturmechanismen dauerhaft geschädigt wird. Dadurch steigt das Hautkrebs-Risiko“, sagt Aurelia Tegtmeyer, Ärztin bei der KKH.
Vermeiden Sie intensive Mittagssonne und tragen Sie schützende Kleidung sowie eine Kopfbedeckung. Auf Solariumbesuche sollten Sie vollständig verzichten. Verwenden Sie Sonnencreme auch außerhalb Ihres Sommerurlaubs und achten Sie auf einen hohen Lichtschutzfaktor.
Erfahren Sie hier mehr zum Thema Sonnencreme.
Seien Sie sich bewusst, dass Sie auch UV-Strahlen ausgesetzt sind, wenn es draußen nicht warm ist. Viele Wetter-Apps zeigen inzwischen die UV-Strahlenintensität an, so dass Sie informierte Entscheidungen treffen können.
Stand der Forschung: Welche Entwicklungen gibt es?
Hautkrebs lässt sich heute immer besser erkennen und behandeln. Das verdanken wir verbesserten Dermatoskopen, digitalen Verlaufskontrollen sowie besseren personalisierten Therapien, insbesondere beim schwarzen Hautkrebs.
Auch ein breiterer Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Diagnostik ist vielversprechend. KI-Systeme können bereits heute Hautveränderungen auf Fotos analysieren, Risikomuster erkennen und Ärztinnen und Ärzte unterstützen. Studien zeigen, dass trainierte KI-Modelle bei der Erkennung von schwarzem Hautkrebs schon jetzt eine ähnliche Trefferquote wie erfahrene Dermatologinnen und Dermatologen erreichen. Dennoch ersetzt KI keine ärztliche Diagnose und sollte nur als Hilfsmittel gesehen werden.
Die Forschung in diesem Bereich wird kontinuierlich vorangetrieben. Aktuell befindet sich beispielsweise ein KI-gestütztes Dermatoskop in einer Testphase an Universitätskliniken. Sein Algorithmus wurde am Deutschen Krebsforschungszentrum entwickelt und trainiert.
In manchen Kliniken sind bereits 3D-Scanner im Einsatz, die innerhalb nur einer Sekunde den ganzen Körper auf verdächtige Pigmentstellen absuchen. Nur die Kopfhaut muss noch manuell untersucht werden.
Relativ neu ist auch die sogenannte Line-field konfokale optische Kohärenztomographie (LC-OCT). Das ist ein bildgebendes Verfahren, das eine schmerzfreie, schnelle Untersuchung von verdächtigen Hautstellen ermöglicht, ohne dass ein Schnitt nötig ist. Auch mit Hilfe von KI liefert sie in Echtzeit hochauflösende Bilder bis unter die Hautoberfläche und kann so verdächtige Veränderungen frühzeitig erkennen. Man könnte sagen, es handelt sich um eine Art digitale Biopsie. Derzeit kommt LC-OCT überwiegend bei Verdachtsfällen von weißem Hautkrebs zum Einsatz.
Es ist zu erwarten, dass in den kommenden Jahren weitere intelligente Geräte und spezialisierte Apps auf den Markt kommen, die die Hautkrebserkennung einfacher und präziser machen.
Hautkrebs früh erkennen rettet Leben
Die frühzeitige Diagnose ist sowohl bei schwarzem als auch bei weißem Hautkrebs entscheidend. Wenn Sie Veränderungen an Ihrer Haut beobachten, Warnzeichen ernst nehmen und regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Hautkrebserkrankung rechtzeitig entdeckt und erfolgreich behandelt werden kann.
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