Phänomen Wetterfühligkeit: Das wissen wir darüber
05.05.2026 • 6 Minuten Lesedauer
Kann ein Wetterumschwung dazu führen, dass man sich krank fühlt? Wetterfühligkeit ist weit verbreitet. Wir werfen einen Blick auf die Ursachen.
05.05.2026 • 6 Minuten Lesedauer
Kann ein Wetterumschwung dazu führen, dass man sich krank fühlt? Wetterfühligkeit ist weit verbreitet. Wir werfen einen Blick auf die Ursachen.
Sie haben plötzlich Kopfschmerzen und fragen sich: Warum gerade jetzt? Liegt es etwa am Wetter? Tatsächlich können sich Luftdruck-, Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen auf das Wohlbefinden auswirken. Das Wort „Wetterfühligkeit“ beschreibt die Gesamtheit körperlicher und psychischer Reaktionen auf Wetterveränderungen. Betroffene geben an, Abgeschlagenheit oder körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Kreislaufprobleme im Zusammenhang mit Wetterumschwüngen zu bemerken. Wetterfühligkeit ist keine Seltenheit.
Ganz im Gegenteil: Eine große Anzahl an Menschen hält sich für wetterfühlig. Wissenschaftlich sind die Zusammenhänge noch nicht abschließend geklärt.
Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach (IfD) aus dem Jahr 2013 fand heraus, dass sich in Deutschland mehr Frauen als Männer als wetterfühlig bezeichnen. Auslöser sind meist rasche Wetterwechsel – vor allem Änderungen bei Temperatur, Luftdruck und Luftfeuchtigkeit. Häufig sorgen Tiefdruckgebiete bei wetterfühligen Menschen für Symptome. Auch Föhn (starker Fallwind) steht im Zusammenhang mit Wetterfühligkeit, da er Luftdruckschwankungen in Sekundenschnelle hervorruft.
Das ist für den Organismus eine Herausforderung. Der Körper versucht seine Kerntemperatur stabil zu halten, indem er Gefäße und Schweißproduktion reguliert. Diese Anpassung beansprucht das vegetative Nervensystem.
Für viele Betroffene gilt: Das Wetter wirkt eher als Katalysator für bestehende Empfindlichkeiten, nicht als alleiniger Auslöser. Typische Beschwerden bei Wetterfühligkeit sind Kopfschmerzen und Migräne. Das könnte daran liegen, dass Menschen mit Migräne oder chronischen Schmerzen besonders sensibel auf Reize durch Wetterveränderungen mit abfallendem Luftdruck reagieren. Die Studienlage dazu ist jedoch heterogen und insgesamt dünn.
Grundsätzlich bereiten Wetterwechsel eher dann Probleme, wenn die Regulationsfähigkeit etwa durch Vorerkrankungen eingeschränkt ist. Eine Studie wies nach, dass bei manchen Menschen mit Bluthochdruck der Blutdruck bei extremen Wetterwechseln steigt. Außerdem werden Kreislaufprobleme, Schwindel und allgemeines Unwohlsein mit Wetterwechseln in Verbindung gebracht. Das könnte durch das vegetative Nervensystem hervorgerufen werden, das sich an Veränderungen anpassen muss.
Weitere Symptome, die in Verbindung mit Wetterwechseln gebracht werden, sind Gelenk- und Muskelschmerzen. Studien deuten darauf hin, dass beispielsweise bei rheumatoider Arthritis die Anzahl geschwollener Gelenke mit steigender Temperatur und sinkender Luftfeuchtigkeit zunimmt. Die Zahl der druckschmerzhaften Gelenke hingegen wird von der Temperatur nicht beeinflusst, nimmt aber bei fallendem Luftdruck ab.
Auch von Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder Stimmungsschwankungen wird berichtet. Ein bekanntes Phänomen ist die Frühjahrsmüdigkeit, die im deutschsprachigen Raum viele zu spüren glauben. Laut einer aktuellen, noch nicht peer-reviewten Studie unterlagen die entsprechenden Symptome wie Tagesmüdigkeit und Schlaflosigkeit jedoch keinen saisonalen Schwankungen.
Die Schlussfolgerung: Es handelt sich um kulturell geprägte Erwartungseffekte. Das heißt, dass viele Menschen bei Wetterwechseln mit Krankheitssymptomen rechnen. Diese Erwartung führt wiederum dazu, dass sie aufmerksamer gegenüber Veränderungen im Körper sind und Symptome wahrnehmen, die ihnen sonst nicht aufgefallen wären.
Regelmäßige Bewegung an der frischen Luft, guter und ausreichender Schlaf und Stressmanagement können bei Wetterfühligkeit helfen. Generell sind alle Aktivitäten sinnvoll, die das vegetative Nervensystem stabilisieren. Achten Sie darauf, dass Sie ausreichend trinken und sich ausgewogen ernähren, um Ihren Kreislauf zu unterstützen. Bei bekannten Blutdruckproblemen ist eine regelmäßige Kontrolle empfehlenswert.
Je nach Symptomatik kann eine ärztlich abgestimmte, anlassbezogene medikamentöse Behandlung sinnvoll sein, zum Beispiel bei Migräne. Führen Sie ein Symptom- und Wettertagebuch, um Muster zu erkennen.
Unser Tipp: Behalten Sie das Biowetter Ihrer Region im Blick. So wissen Sie, auf welche Beschwerden Sie sich gegebenenfalls einstellen müssen. Der Deutsche Wetterdienst weist das Biowetter auf seiner Website aus, dort sehen Sie tagesgenau die Gefahrenindizes für Wetterfühlige. Es wird unter anderem der Einfluss des Wetters auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder allgemeine Befindlichkeitsbeeinträchtigungen angegeben.
Wetterfühligkeit ist keine eigenständige Krankheit. Warum einige Menschen so sensibel auf Wetterumschwünge reagieren, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt – es besteht weiterer Forschungsbedarf.
Dass das Wetter Auswirkungen auf das Wohlbefinden von Menschen haben kann, ist unumstritten. Zum Glück gilt das auch im positiven Sinne. Sonnenschein sorgt zum Beispiel für höhere Serotonin-Spiegel und eine bessere Stimmung. Wir können uns das Wetter leider nicht aussuchen, aber unseren Umgang damit schon. Wenn Sie Ihren Stresslevel im Alltag senken möchten, empfehlen wir Ihnen Achtsamkeitstraining.
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