Künstliche Befruchtung

Die künstliche Befruchtung umfasst verschiedene medizinische Verfahren mit dem Ziel, eine Schwangerschaft herbeizuführen. Dabei ist es unerheblich, ob der Grund für die bisher ausgebliebene Schwangerschaft beim Mann oder bei der Frau liegt.

An wen richtet sich die Leistung?

Der Umfang der Maßnahmen zur künstlichen Befruchtung wird durch die Richtlinien zur Künstlichen Befruchtung durch den Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) festgelegt.

Die Leistung richtet sich grundsätzlich an Paare mit bislang unerfülltem Kinderwunsch, die folgende Mindestvoraussetzungen erfüllen:

  • Das Paar ist miteinander verheiratet.
  • Es werden keine fremden Ei oder Samenzellen (Spendersamen) verwendet.
  • Beide Partner sind mindestens 25 Jahre alt. Das Höchstalter der Frau liegt bei 39 Jahren, das Höchstalter des Mannes bei 49 Jahren.
  • Die in den Richtlinien über künstliche Befruchtung geregelte Indikation für die geplante Maßnahme liegt vor.

All diese Voraussetzungen prüft der Behandler im Rahmen der Vorbesprechung und stellt den entsprechenden Antragsvordruck aus. Der Antrag ist genehmigungspflichtig.

Welche Arten der künstlichen Befruchtung gibt es?

Bei der künstlichen Befruchtung können verschiedene Behandlungsverfahren zur Anwendung kommen, die von uns übernommen werden, so z. B.:

  • Insemination, ggf. nach hormoneller Stimulation (Samenzellen werden künstlich in die Gebärmutter der Frau eingebracht)
  • In-Vitro-Fertilisation (IVF – Spermien finden in einem Reagenzglas selbst den Weg zur und in die Eizelle. Anschließend wird die befruchtete Eizelle in die Gebärmutter eingesetzt.)
  • Intracytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI - anders als bei der In-Vitro-Fertilisation werden hier Spermien mit einer extrem feinen Nadel in eine Eizelle injiziert.)

Über das für Sie am besten geeignete Verfahren beraten Sie die behandelnden Ärzte im Rahmen der Behandlungsplanung.

Weitere interessante Informationen zur Kinderwunschbehandlung finden Sie auf den Web-Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)

Welche Kosten entstehen mir?

Wenn beide Partner gesetzlich versichert sind, übernimmt jede beteiligte Krankenkasse 50 % der auf die bei ihr versicherten Person entfallenden Kosten. Die Kosten werden direkt vom Behandler mittels eGK als Sachleistung abgerechnet. Die anderen 50 % müssen selbst bezahlt werden und stellen die gesetzlich vorgesehene Eigenbeteiligung da. Die Anzahl der Versuche, für die eine Kostenübernahme möglich ist, hängt von der verwendeten Behandlungsmethode ab. Wichtig für Sie: Eine Zuzahlungsbefreiung (Belastungsgrenze) gibt es in diesem Fall nicht.

Bei Paaren, bei denen nur ein Partner bei uns und der andere Partner in der privaten Krankenversicherung versichert ist, übernehmen wir auch 50 % der Kosten für sogenannte extrakorporale Maßnahmen (Maßnahmen außerhalb des Körpers wie z. B. die Kosten für die Aufbereitung der Spermien), die weder Mann noch Frau direkt zugeordnet werden können.

Maßnahmen, die nicht zur Regelversorgung gehören (z. B. Kryokonservierung) müssen selbst getragen werden.

Wie erhalte ich eine künstliche Befruchtung?

Voraussetzung für die Kostenübernahme einer künstlichen Befruchtung ist, dass Ihr behandelnder Arzt bzw. Ihre Ärztin einen Behandlungsplan erstellt, den Sie bitte vor Behandlungsbeginn zur Genehmigung bei uns einreichen. Entsprechende Vertragsvordrucke liegen Ihrem Behandler vor. Dabei berücksichtigt der Behandler die geltenden Bestimmungen aus der Richtlinie zur künstlichen Befruchtung und informiert Sie ggf. über Maßnahmen, die nicht Bestandteil der Versorgung und daher von Ihnen selbst zu tragen sind.

Wie lange dauert die Bearbeitung?

Die Bearbeitung Ihres Antrags erfolgt im Regelfall innerhalb von maximal drei Wochen.

Gibt es eine staatliche Förderung?

In einigen Bundesländern besteht die Möglichkeit, dass Paare einen Zuschuss des Bundeslandes bzw. des Staates erhalten können. Ansprechpartner hierfür sind die jeweiligen Ministerien für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung („Familienministerien“) des betreffenden Bundeslandes. Eine Übersicht finden Sie hier.

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder an Ihr Serviceteam.

Ihre KKH Mehrleistung

Sofern ein Anspruch auf die gesetzliche Regelleistung der künstlichen Befruchtung besteht, übernehmen wir bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) und bei der In-vitro-Fertilisation (IVF) zusätzlich einen Zuschuss zum Eigenbehalt in Höhe von 100 Euro je Behandlungsversuch, also maximal 300 Euro. Voraussetzung ist, dass beide Ehepartner bei der KKH versichert sind und ein Anspruch auf die gesetzliche Regelleistung besteht. Für die Erstattung legen Sie nach Inanspruchnahme der Leistung einfach die Eigenbehaltsrechnung bei uns vor.