Kieferorthopädische Behandlung inkl. früher Behandlung

Fragen und Antworten

An wen richtet sich eine kieferorthopädische Behandlung?

Die Leistung richtet sich an Kinder, die sich in der 2. Phase des Wechselgebisses befinden (ca. 9. Lebensjahr). Nur in wenigen Ausnahmefällen sollte die kieferorthopädische Behandlung bereits in der 1. Wechselgebissphase begonnen werden (vom Milchgebiss zum bleibenden Gebiss – etwas bis zum 8. Lebensjahr). Bei der Behandlung in diesem Alter spricht man von der frühen Behandlung - nicht zu verwechseln mit der Frühbehandlung. Anhand von kieferorthopädischen Indikationsgruppen (KIG) stellt der Kieferorthopäde fest, ob eine Fehlstellung vorliegt, für deren Behandlung die Kosten von uns übernommen werden dürfen.

Wie lange dauert eine kieferorthopädische Behandlung?

Die aktive Behandlung (Umstellung der Zähne/des Kiefers) dauert in der Regel 12 bis 16 Quartale, also ca. drei bis vier Jahre. Im Nachgang schließt sich die sogenannte Retentionszeit an, in der das erreichte Behandlungsziel gesichert wird.

Welche Kosten entstehen bei der Behandlung?

Während der Behandlung rechnet Ihr Kieferorthopäde 80 % der vertraglich anfallenden Kosten mit uns ab. Die übrigen 20 % zahlen Sie zunächst selber an Ihren Kieferorthopäden. Sobald die Behandlung einschließlich der Retentionsphase (welche zur Sicherung des Behandlungsergebnisses dient) abgeschlossen ist, stellt Ihr Kieferorthopäde eine Abschlussbescheinigung aus. Diese reichen Sie dann inkl. der Eigenanteilsrechnungen bei uns ein und wir erstatten Ihnen die übrigen 20 %.

Ausnahme: Wenn Sie zwei oder mehr versicherte Kinder unter 18 Jahren haben, die gleichzeitig in kieferorthopädischer Behandlung sind und im gemeinsamen Haushalt leben, bezahlen wir für das zweite und jedes weitere Kind 90 % der vertraglichen Kosten direkt. In diesem Fall würden Sie die übrigen 10 % der Kosten direkt an Ihren Kieferorthopäden zahlen.

Wie kann ich teilnehmen?

Der Kieferorthopäde erstellt einen Behandlungsplan und reicht diesen zur Prüfung bei uns ein.

Wie lange dauert die Prüfung?

Die Bearbeitung wird schnellstmöglich und unverzüglich vorgenommen. Um über einen Antrag für eine kieferorthopädische Behandlung entscheiden zu können, kann es erforderlich sein, dass wir uns eine ergänzende medizinische Einschätzung eines Gutachters einholen. Hierbei unterstützt uns der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) bzw. ein einvernehmlich bestellter Vertragsgutachter. Die Begutachtung ist für Versicherte kostenfrei.

Ihr KKH Vorteil

Seit dem 1. Januar 2014 beteiligt die KKH sich jeweils an einer zu Behandlungsbeginn* und zum Behandlungsende** durchgeführten professionellen Zahnreinigung. Voraussetzung ist, dass diese im Zusammenhang mit einer als Kassenleistung in Anspruch genommenen kieferorthopädischen Behandlung mit festsitzenden kieferorthopädischen Behandlungsapparaturen (Multiband- bzw. Multibracketapparaturen) erfolgt und zu Beginn der kieferorthopädischen Behandlung das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet wurde.

Darüber hinaus bezuschussen wir seit dem 01.04.2014 einmalig den Unterkiefer-Frontzahnretainer. Der festsitzende Retainer hat das Ziel, die Zähne nach der Behandlung mit einer festen Zahnspange in ihrer neuen Position zu stabilisieren.

Der Zuschuss beträgt max. 150 Euro, sofern von Ihrem Kieferorthopäden keine herausnehmbare Retentionsapparatur für den Unterkiefer abgerechnet wird. Der Zuschuss für ggf. anfallende Reparaturleistungen beträgt max. 50 Euro, jedoch nicht mehr als die tatsächlich anfallenden Kosten. Für Reparaturleistungen, die nach Abschluss der Behandlung einschließlich Retention anfallen, wird kein Zuschuss gewährt. Darüber hinausgehende Mehrleistungen müssen von Ihnen selbst bezahlt werden.

* Vorausgesetzt, dass die Zahnreinigung frühestens vier Wochen vor dem Einsetzen der festsitzenden kieferorthopädischen Behandlungsapparaturen vorgenommen wird.
** Vorausgesetzt, dass die Zahnreinigung innerhalb von vier Wochen nach Abschluss der kieferorthopädischen Behandlung im Sinne des § 29 Absatz 3 SGB V vorgenommen wird. Für den Behandlungsabschluss ist das Ausstellungsdatum der Abschlussbescheinigung maßgeblich.