Berliner Dialoge

Mit dem Veranstaltungsformat „Berliner Dialog der KKH Kaufmännische Krankenkasse“ bringen wir uns zweimal jährlich in gesundheits- und versorgungspolitische Debatten ein. Im Mittelpunkt steht die Diskussion mit geladenen Gästen aus Politik und Medien über bestehende Defizite im deutschen Gesundheitswesen. Die KKH nimmt dazu Stellung und stellt eigene Lösungsansätze vor.

22. Berliner Dialog - Ambulante Versorgung in der Sackgasse? Chancen und Lösungsansätze für eine bessere und zukunftsorientierte Versorgungsqualität

Ambulante Versorgung in der Sackgasse? Es ist mittlerweile unbestritten und wissenschaftlich belegt, dass sich der in Deutschland vollziehende demographische Wandel auf die Krankheitsbilder und damit auf den Versorgungsbedarf auswirkt. Welche Probleme werden bisher noch nicht angegangen? Die KKH beschäftigt sich damit, wie den Herausforderungen in der ambulanten Versorgung begegnet werden kann.

Bei der ambulanten ärztlichen Versorgung in Deutschland herrscht dringender Reformbedarf, dies ist das Ergebnis einer Analyse der KKH Kaufmännische Krankenkasse, welche die KKH im Rahmen des 22. Berliner Dialoges vorstellte. Es wurde u.a. aufgezeigt, dass in Deutschland kein Ärztemangel sondern vielmehr ein Ärzte-Verteilungsproblem besteht. Hinzu kommt der hohe Altersdurchschnitt bei den niedergelassenen Vertragsärzten und Psychotherapeuten, der auf eine baldige Mangelsituation hinweisen könnte. Die KKH versuchte daher auf die Frage, wie der Arztberuf für nachfolgende Mediziner-Generationen attraktiv gemacht werden könnte, praktikable Antworten zu geben.

Angesichts dieser und weiterer Problemlagen fordert die KKH einen Masterplan, um die Zukunft der ambulanten Versorgung aktiv zu gestalten. U.a. sollen wissenschaftlich fundierte Prognosen zum Ärztebedarf die Grundlage für die weitere Bedarfsplanung darstellen. Ferner bietet die Digitalisierung Chancen für eine Entlastung der Ärzte, die es gilt künftig stärker zu nutzen. Akteure, die sich dem verweigern, sollten sanktioniert werden. Beim Generationenwechsel der Mediziner sieht die KKH die Kassenärztlichen Vereinigungen in der Pflicht, Bedürfnisse angehender Ärzte in den Fokus zu nehmen.

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21. Berliner Dialog - Im Zweifel OP? Die Zweitmeinung als wichtiger Baustein für mehr Qualität im Gesundheitswesen

Im Zweifel OP? In Deutschland wird zu viel operiert. Ärzte greifen zu häufig zum Skalpell: Bei bestimmten Erkrankungen ist ein Großteil der Operationen unnötig. Die KKH möchte diese Situation verbessern und setzt sich daher für Zweitmeinungen ein.

Seit Jahren steigen die Fallzahlen insbesondere bei planbaren Eingriffen. Unter anderem geht aus KKH-Daten hervor, dass zwischen 2012 und 2015 die Zahl der Eingriffe am Herz um 44 Prozent gestiegen ist. Das sei medizinisch nicht zu erklären, sagte KKH-Vorstandschef Ingo Kailuweit auf dem 21. Berliner Dialog. Ferner können ca. 80 Prozent der Wirbelsäulen-OPs nach Expertenmeinungen vermieden werden, denn Linderung der Beschwerden tritt trotz des Eingriffs häufig nicht ein. Diese Eingriffe verursachen immense Kosten für das Gesundheitssystem ohne dabei zu einem verbesserten Gesamtzustand des Versicherten zu führen.  

Als zusätzliches Beratungsangebot für die Versicherten und gegen die rasante Zunahme von bestimmten Eingriffen, bietet die KKH daher schon seit längerer Zeit das Einholen einer Zweitmeinung an. So können sich KKH-Versicherte vor einer Wirbelsäulen-Operation in bundesweit über 30 Schmerzzentren von Experten beraten lassen. Die Fachleute schätzen ein, ob eine OP tatsächlich angezeigt ist oder eine konservative Therapie den Eingriff hinauszögern oder auch ganz vermeiden kann. Auswertungen haben ergeben, dass besonders Rücken-OPs oft vermieden werden können. Bei 81 Prozent der Teilnehmer, denen ursprünglich eine solche OP empfohlen wurde, war auch nach über einem Jahr keine Rückenoperation notwendig. Der Befragung zufolge sind durchschnittlich 82 Prozent der Teilnehmer mit dem Zweitmeinungsangebot zufrieden.

Die KKH setzt sich aufgrund Ihrer Erfahrungen für eine verpflichtende Einführung der Zweitmeinung vor bestimmten planbaren OPs ein. Mittlerweile hat sich die Erkenntnis auch in der Politik durchgesetzt. So ist die Zweitmeinung seit 2015 eine gesetzlich festgelegte Regelung. Allerdings fehlt die Konkretisierung in Form einer Richtlinie seit Anfang diesen Jahres.

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20. Berliner Dialog - Was läuft falsch bei der Versorgung von Langzeiterkrankten und welche Lösungen sind denkbar?

20. Berliner Dialog - Was läuft falsch bei der Versorgung von Langzeiterkrankten und welche Lösungen sind denkbar
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19. Berliner Dialog - Bittere Pillen für das Gesundheitswesen

Die Preise für Arzneimittel in Deutschland steigen weiter unaufhaltsam. Daran ändert auch die 2011 eingeführte Nutzenbewertung neuer Medikamente nichts. Das ist das Ergebnis einer Analyse der KKH, die die Kaufmännische Krankenkasse auf ihrem 19. Berliner Dialog vorstellte.

Die Entwicklungen auf dem Arzneimittel-Markt sind mit großer Sorge zu beobachten. Bald zahlen Krankenkassen wieder mehr für Medikamente als für die gesamte ärztliche Behandlung. Zwischen 2007 und 2014 sind die Kosten für Arzneimittel allein bei der KKH um 32 Prozent gestiegen.

Einige Aspekte des Dialoges waren:

  • Das Arzneimittelneuordnungsgesetz (AMNOG) von 2011 hat nicht geholfen, langfristig Kosten zu senken oder diese wenigstens auf stabilem Niveau zu halten. Statt geplanter zwei Milliarden Euro sparen die Kassen dadurch gerade einmal rund 500 Millionen Euro pro Jahr. Es gibt genügend Beispiele, dass trotz der im Gesetz vorgeschriebenen Nutzenbewertung auch Medikamente ohne Zusatznutzen zu teuer auf den Markt kommen.
  • Insbesondere bei den patentgeschützten Originalpräparaten sind besorgniserregende Tendenzen festzustellen. Während hier die Menge der abgegebenen Arzneimittel um 23 Prozent sank, stiegen die Kosten im selben Zeitraum um 31 Prozent. Letztlich bedeutet das nichts anderes, als dass Pharmafirmen für ihre Originalpräparate immer höhere Preise verlangen, um ihre Gewinne zu maximieren.
  • Ein weiteres Problem ist die Tatsache, dass Pharmahersteller im ersten Jahr den Preis frei diktieren können. Geht es anschließend in die Preisverhandlungen, haben Hersteller häufig schon das Nachfolgepräparat auf den Markt gebracht – erneut zu einem extremen Preis. Ein Beispiel hierfür ist das Hepatitis C-Medikament Sovaldi, dessen Nachfolger Harvoni kein Jahr später zu einem noch höheren Preis auf den Markt kam.

Für die KKH steht es außer Frage, dass eine innovative Medikamentenversorgung auch ihren Preis hat. Allerdings haben die Preise von zahlreichen neuen Medikamenten mit den eigentlichen Herstellungskosten oftmals so gut wie nichts mehr zu tun. Jedenfalls sind die extremen Preise für Spezialpräparate nicht alleine mit Kosten für Forschung und Entwicklung zu erklären. Zur Wahrheit gehört nach Ansicht des KKH-Vorstandsvorsitzendes Ingo Kailuweit auch, dass Pharmafirmen für die Vermarktung ihrer Produkte häufig doppelt so viel zahlen wie für Forschung und Entwicklung. Allein für die direkte Vermarktung seien circa 15.000 Pharmaberater eingesetzt, die jedes Jahr ungefähr 20 Millionen Besuche bei Ärzten durchführten. Diese Beeinflussung von Ärzten sah auch Dr. Rolf Kühne von der Ärzteorganisation MEZIS („Mein Essen zahl ich selbst“) kritisch. Er verdeutlichte, dass die ärztliche Tätigkeit patienten- und nicht gewinnorientiert sein sollte. Jeder Patient habe das Recht, dass die ihm verschriebenen Medikamente ausschließlich aufgrund unabhängiger wissenschaftlicher Informationen und nicht aufgrund interessengeleiteter Informationen der Pharmaindustrie verordnet werden.

Insgesamt kommt die KKH zu dem Schluss, dass unter den derzeitigen Bedingungen von einem Marktversagen auf dem Arzneimittelmarkt die Rede sein kann, da die üblichen Marktgesetze in diesem Bereich nicht greifen. „Der Profitmaximierung der Pharmaindustrie zu Lasten des solidarisch finanzierten Gesundheitssystems muss wirksam begegnet werden“, forderte daher KKH-Chef Kailuweit. Ein AMNOG 2 noch in dieser Legislaturperiode sei unverzichtbar.

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18. Berliner Dialog - Die Realität und die Chancen der Integrierten Versorgung in der Kranken- und Pflegeversicherung

Gefährdet die Schnäppchen-Mentalität Patientenversorgung? Aus Sicht der KKH ist die langfristige Versorgungsqualität für Millionen Kassenpatienten in Gefahr. Die Rahmenbedingungen des Gesundheitswesens führen unter den Kassen zu einem Wettbewerb um den günstigsten Preis, bei dem neue und sinnvolle Angebote für Kranke auf der Strecke bleiben – so lautet das Fazit des 18. Berliner Dialoges der KKH.

In der Veranstaltung wurde deutlich, dass sich langfristiges Denken für Krankenkassen derzeit nicht lohne. Investitionen in sinnvolle Versorgungsangebote müssten zu Gunsten eines möglichst niedrigen Beitragssatzes zurückgehalten werden. Diese Entwicklung ist aus Sicht der KKH eine logische Folge der politischen Rahmenbedingungen, die u.a. die Krankenkassen neuerdings dazu verpflichtet, ihre Mitglieder persönlich anzuschreiben und sie über günstigere Beiträge anderer Kassen zu informieren.

Eigentlich wäre die Entwicklung neuer Versorgungsangebote aus Sicht der Betroffenen sehr sinnvoll. Dies belegen die Erfahrungen der KKH mit der integrierten Versorgung(IV). Dessen Idee ist es, dass Versicherte mit komplexen Krankheiten wie Migräne oder Depressionen von einem speziellen Programm der Kasse profitieren, welches Ärzte, Therapeuten und andere Leistungserbringer aus verschiedenen Sektoren vernetzt. Dadurch verkürzen sich bspw. Wartezeiten und die ganzheitliche Betrachtungsweise sorgt für ein besseres Behandlungsergebnis. Gleichzeitig kann die KKH an konkreten Beispielen aufzeigen, dass die IV ökonomisch sinnvoll ist, denn durch eine verbesserte Versorgung können u.a. Ausgaben für Krankengeld oder Krankenhausaufenthalte nachhaltig gesenkt werden.

Weitere Aspekte des 18. Berliner Dialoges waren:

  • Der sich im Gesetzgebungsverfahren befindliche Entwurf für ein GKV-Versorgungsstärkungsgesetz würde aus Sicht der KKH die Rahmenbedingungen für die IV zwar verbessern, die Maßnahmen gehen aber nicht weit genug, um der Weiterentwicklung der versorgungspolitisch sinnvollen IV Aufschub zu verleihen. Ein weiterhin ungelöstes Problem wäre beispielsweise, dass die Kassen, die entsprechende Angebote entwickeln wollen, nach wie vor finanziell in Vorleistung treten müssten. Dies immer mit Blick auf den aktuell wichtigsten Wettbewerbsparameter den Preis.
  • Für die zukünftige Versorgungsqualität gibt es insbesondere für die Betreuung Pflegebedürftiger  – nicht zuletzt durch den demographischen Wandel – einen enormen Handlungsbedarf. Es wurde deutlich, dass die bisher zur Verfügung stehenden Maßnahmen nicht ausreichen werden, um dieser Problematik Herr zu werden. Die KKH schlägt daher vor, vernetzte Angebote in Pflegeeinrichtungen analog zur integrierten Versorgung zu entwickeln. Jedoch bestehen im heutigen System von Pflege- und Krankenversicherung nicht die richtigen Anreize dazu zur Verfügung.

Eine der Kernforderungen des 18. Berliner Dialoges war der Appell an die Politik, den rechtlichen Rahmen für eine bessere Verzahnung von Pflege- und Krankenversicherung zu schaffen.

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18. Berliner Dialog - Die Realität und die Chancen der Integrierten Versorgung in der Kranken- und Pflegeversicherung
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17. Berliner Dialog - Warum ist Prävention bisher keine Erfolgsgeschichte? Ursachen und Lösungsansätze

Präventionsangebote müssen neu strukturiert und stärker in den Fokus der Bevölkerung gerückt werden, um das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen zu stärken. Dem Thema Prävention hat sich der 17. Berliner Dialog der KKH Kaufmännische Krankenkasse anlässlich des anstehenden Präventionsgesetzes gewidmet. U.a. musste die KKH feststellen, dass es eine Vielfalt an Präventionsmaßnahmen gibt, diese aber oft wirkungslos bleiben. Denn diejenigen, die am stärksten von diesen Angeboten profitieren würden, nutzen sie am wenigsten.

Zudem kommt, dass obwohl die Krankenkassen ihrer Verantwortung nachkommen und bereits heute 238 Millionen Euro für Prävention aufwenden, beispielsweise Herzerkrankungen, Depressionen und Bandscheibenschäden rasant zunehmen. Sie zählten im vergangenen Jahr zu den Top 15 der Krankenhausdiagnosen von KKH-Versicherten und führten zu hohen Kosten. Allein für den Arzneimittelverbrauch von Diabetes-Patienten hat die KKH 2013 insgesamt 53,7 Millionen ausgegeben. Eine auf Qualitätskriterien ausgerichtete Prävention könnte dieses Kostenvolumen nachhaltig senken.

So appellierte Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender der KKH Kaufmännische Krankenkasse, vor allem an die Politik, entsprechende Rahmenbedingungen durch ein Präventionsgesetz zu schaffen. Er forderte die Berücksichtigung von sinnvollen Ansätzen und innovativen Ideen der Krankenkassen.

Lösungsansätze der KKH sind zum Beispiel:

  • Schaffung von zentralen Anlaufstellen, die einen Überblick über alle Angebote und deren Inhalte geben
  • Koordinierung der einzelnen Maßnahmen
  • Qualitätsstandards definieren und Ergebnisse auswerten
  • Angebote enger mit Kindertagesstätten und Schulen verzahnen

Ein Trendwechsel ist dringend nötig. „Bewegung sollte „angesagt“ und ausgewogene Ernährung „in“ sein“, betont die KKH. An dieser Vision sollten Kassen und Politik verstärkt gemeinsam arbeiten.

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17. Berliner Dialog – Warum ist Prävention bisher keine Erfolgsgeschichte
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16. Berliner Dialog - Pflegenotstand in Deutschland? Herausforderung für die Pflegeversicherung

Der Berliner Dialog der KKH Kaufmännische Krankenkasse hat sich anlässlich der bevorstehenden Reform der Pflegeversicherung zum zweiten Mal dem wichtigen Thema Qualität in der Pflege gewidmet. U.a. musste die KKH feststellen, dass das aktuelle Versorgungsgeschehen derzeit unter erheblichen Qualitätsmängeln leidet. Bedingt ist dies u.a. durch das derzeitige Prüf- und Benotungssystem von ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen, welches die Realität nicht abbildet. So wird bspw. den Pflegeheimen überwiegend die Note sehr gut attestiert, obwohl aus den Versichertendaten der KKH klar diverse Pflegemängel ersichtlich sind.

Qualitätsmängel anhand zweier Beispiele

  • Mangelnde Dekubitus-Prophylaxe:
    Sicher ist nicht jeder Dekubitus vermeidbar, jedoch weisen die starken Schwankungen weiterhin auf Verbesserungsbedarf hin. Die seit 2001 verfügbaren Expertenstandards scheinen immer noch nicht in allen Pflegediensten und -einrichtungen etabliert zu sein. Nach der Einschätzung der KKH ließen sich durch die konsequente Anwendung prophylaktischer Maßnahmen etwa die Hälfte der Fälle verhindern. Gesundheitliche Schäden sowie das damit verbundene große Leid der Betroffenen könnten so deutlich verringert werden.
  • Unzureichende Sturzprophylaxe:
    Obwohl seit 2006 Expertenstandards zur Vermeidung von Stürzen vorliegen,
    zählen diese weiterhin zu den häufigsten Pflege- und Versorgungsrisiken. Die Ursachen sind vielfältig, bspw. sehen 2/3 der Heime keine Notwendigkeit zum Durchführen einer Sturzprophylaxe. Ähnlich alarmierend ist die geringe Aufklärungsquote bei den Pflegediensten. So erhielt nur rund die Hälfte aller Gefährdeten in der jüngeren Vergangenheit eine entsprechende Beratung. Es besteht also nach wie vor großes Verbesserungspotenzial.

Mängel bedeuten gleichzeitig Leid für die Patienten und unnötige Kosten für die Beitragszahler

Mängel in der Pflege bedeuten oft hohes und vor allem unnötiges persönliches Leid für die Betroffenen und zudem hohe Kosten für die Beitragszahler. In der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung könnten beispielsweise allein fast 300 Millionen Euro gespart werden, würden nur ein Drittel aller Stürze und Frakturen von Pflegebedürftigen verhindert werden.

Thema Qualität muss mehr von der Gesetzgebung berücksichtigt werden

Die KKH fordert, dass in der geplanten Pflegereform auch der Qualitätsaspekt deutlich mehr berücksichtigt wird. Der aktuelle Vorschlag für eine Pflegereform enthält zwar grundsätzlich richtige Ansätze wie die Anhebung des Beitragssatzes zur Stabilisierung der Einnahmen oder den Aufbau eines Vorsorgefonds. Klar ist aber auch, dass mehr Geld allein oder ein größerer Leistungsumfang an sich nicht automatisch zu mehr Qualität in der Versorgung führt. Würden beispielsweise die Qualitätsprüfungen zukünftig als wirklich transparentes Bewertungsinstrument genutzt und ein realistisches Bild der Situation vor Ort aufzeigen, hätten Pflegeheime und Pflegedienste selbst ein Interesse an hohen Qualitätsstandards. Das heute vorhandene verzerrte Bild von der Qualität unserer Pflegeeinrichtungen darf nicht weiter existieren. Bei schwerwiegenden Pflegemängeln muss eine Abwertung des Pflegeheimes oder des Pflegedienstes vorgenommen werden, so eine der zentralen Forderungen der KKH.

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16. Berliner Dialog - Pflegenotstand in Deutschland
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15. Berliner Dialog - Neue Volkskrankheit Burn-out, Depression & Co.

27 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter Erkrankungen ihrer Psyche. Die Gesamtkosten für die Volkswirtschaft belaufen sich nach Schätzungen auf mehr als 100 Milliarden EUR jährlich. Psychische Erkrankungen sind auf dem Vormarsch.

Aktuelle Daten der KKH ebenso wie die Analysen zahlreicher Fachleute belegen, dass es sich hierbei nicht nur um eine Modeerscheinung handelt. Schätzungen zufolge werden psychische Erkrankungen bis zum Jahr 2030 zusammen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen die führende Krankheitsursache in den industrialisierten Ländern sein. Anhand dieser Zahlen hat die KKH als große gesetzliche Krankenkasse im Rahmen ihrer Veranstaltungsreihe „Berliner Dialog“ erste Lösungsansätze diskutiert. 

Depressionen in Bevölkerung breit gefächert, Burn-out vor allem bei Akademikern

Erste Hinweise bei der KKH zeigen, dass Burn-out-Fälle unter Versicherten der KKH allein zwischen 2009 und 2011 um 40 Prozent zugenommen haben.

Häufig ist dabei jedoch nicht klar, was sich hinter dem Burn-out verbirgt. Ist dies bereits eine Depression oder ein vorübergehender Erschöpfungszustand? Insbesondere Akademiker und Arbeitnehmer in hohen Positionen leiden unter Burn-out. „Möglicherweise spielt hier auch eine Rolle, dass Burn-out mittlerweile gesellschaftlich akzeptiert ist“, sagte Ingo Kailuweit, Vorstandschef der KKH.

Arzt und Diplompsychologe Professor Martin Härter, Leiter des Institutes und der Poliklinik für Medizinische Psychologie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, erläuterte in diesem Zusammenhang: „Menschen, die im Beruf viel mit anderen Menschen zu tun haben, sind offensichtlich anfälliger als solche, die sich mehr mit Technik und Maschinen beschäftigen.“ Und weiter: „Denn Depressionen treten mit durchschnittlich über 9 Prozent insbesondere in typischen Frauenberufen wie zum Beispiel Gesundheits- und Sozialberufen auf. Ingenieure, Mathematiker und Elektrotechniker sind hingegen mit durchschnittlich 3,5 Prozent deutlich seltener betroffen.“

Tendenziell sind Menschen mit niedrigerem Bildungsabschluss überproportional häufig von Depressionen betroffen. Datenauswertungen der KKH-Alllianz haben ergeben, dass fast 70 Prozent der Betroffenen Frauen sind. Beim Krankengeld sind die Kosten deutlich gestiegen: Innerhalb von drei Jahren hat sich das Krankengeld bei der KKH in diesem Bereich verdoppelt (2009 bis 2011).

Psychische Erkrankungen führen dementsprechend oft zu langer Arbeitsunfähigkeit und sind mittlerweile Grund Nummer eins für eine Frühverrentung. Auch bei Kindern und Jugendlichen sind sie auf dem Vormarsch.

Lange Wartezeiten für psychisch Kranke

Die Versorgungssituation zeigt große Defizite. So beträgt die durchschnittliche Wartezeit auf einen Psychotherapieplatz in Deutschland 4,6 Monate. Die richtigen Diagnosen werden häufig zu spät gestellt. Besonders die schweren Fälle haben unter der Unterversorgung zu leiden. Davon abgesehen ist eine Psychotherapie nicht in jedem Fall der geeignete Lösungsansatz. Insbesondere, wenn ein konkreter Anlass für den Hilfebedarf erkennbar ist, können auch schon niedrigschwellige Angebote wie Schuldner- oder Eheberatung den Betroffenen helfen. Beratungs- und Therapieangebote müssen hier sehr differenziert betrachtet werden, um die bestmögliche Lösung für den Versicherten auszuwählen.

Vorbeugung am Arbeitsplatz

Um psychischen Erkrankungen und insbesondere Fällen von Burn-out vorzubeugen, muss nach Ansicht der KKH der Prävention am Arbeitsplatz eine deutlich größere Rolle als bisher zufallen. Hierbei ist die betriebliche Gesundheitsförderung von zentraler Bedeutung. „Sinnvolle Projekte etwa zum Stressmanagement und zur Qualifizierung von Führungskräften beim Thema Gesundheit sind besonders dafür geeignet, es bei gefährdeten Mitarbeitern erst gar nicht zum Burn-out kommen zu lassen“, empfahl Kailuweit.

So ist die Zahl der Firmen mit betrieblicher Gesundheitsförderung zwischen 2008 und 2010 um 35 Prozent gestiegen, die gesetzlichen Krankenkassen gaben hierfür 42 Millionen EUR aus. „Gemessen an rund 400.000 Betrieben sind allerdings ca. 6.500 teilnehmende Betriebe nur ein Tropfen auf den heißen Stein“, so Kailuweit. Die KKH bietet Firmen individuelle Maßnahmen zur Gesundheitsförderung an, führt spezielle Datenanalysen in den einzelnen Betrieben durch und steht den Entscheidern des Unternehmens mit Rat und Tat zur Seite.

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14. Berliner Dialog - Pflegemängel bei ambulanter und stationärer Pflege

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13. Berliner Dialog - Hochnutzer

Fünf Prozent der Versicherten (3,5 Millionen) verursachen 53 Prozent aller Ausgaben im Gesundheitswesen. Das hat eine aktuelle Auswertung der Versichertendaten der KKH ergeben. Hochgerechnet für die gesamte gesetzliche Krankenversicherung sind das Ausgaben von rund 86 Milliarden Euro. Für Patienten mit schweren und dauerhaften gesundheitlichen Problemen ist es schwer, sich in den komplizierten Strukturen des Gesundheitswesens zurecht zu finden. Dadurch verschlechtert sich ihr Gesundheitszustand und die Leistungsausgaben schnellen in die Höhe. Die KKH setzt sich deshalb für eine umfassende Versorgung dieser Versicherten ein, damit sich nicht nur ihr Gesundheitszustand verbessert, sondern durch eine gezielte koordinierte Therapie auch Doppelkosten vermieden werden können.

Beispielsweise erkrankt ein Drittel der sogenannten Hochnutzer zwischen 40 und 59 Jahren an Depressionen. Bis die Krankheit jedoch erkannt wird, gehen oft mehrere Jahre ins Land: In 50 Prozent der Fälle dauert es durchschnittlich fünf Jahre, bis der Hausarzt die richtige Diagnose stellt. Danach vergehen bis zu sieben weitere Monate bis mit der eigentlichen Therapie in einer Fachklinik begonnen wird. Bei 15 Prozent der Betroffenen wird die Erkrankung bereits nach der ersten depressiven Episode chronisch. Für die Ausgaben der Krankenkassen hat das immense Folgen: Zwischen 2002 und 2008 sind die Krankheitskosten bei psychischen Verhaltensstörungen um 23 Prozent gestiegen.

41 Prozent der Hochnutzer mit Depressionen sind Erwerbstätige. Damit hat die Erkrankung auch eine volkswirtschaftliche Bedeutung. Auch aus diesem Grund sieht die KKH hier dringenden Handlungsbedarf - nicht nur für die Krankenkassen. Sie fordert einen runden Tisch mit allen Beteiligten für mehr Gesundheit und sieht sowohl Arbeitgeber als auch Leistungserbringer wie Kliniken und Ärzte in der Pflicht, an einer besseren Versorgung mitzuarbeiten.

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12. Berliner Dialog - Patientensicherheit

Behandlungsfehler sind in Deutschland keine Seltenheit. Jedes Jahr werden hierzulande rund 40.000 Behandlungsfehler geltend gemacht – die Dunkelziffer liegt um ein Vielfaches höher. Studien zufolge sind in der stationären Versorgung sogar rund 17.000 Todesfälle jährlich zu verzeichnen. Für die KKH sind diese Zahlen Anlass genug, für eine Verbesserung dieser Situation einzutreten.

Behandlungsfehler gehen zumeist einher mit zusätzlichem Leid und gesundheitlichen Beschwerden für die Versicherten.

Wer diese Fehler juristisch gelten machen will, hat einen langwierigen und schwierigen Weg vor sich. Eine Fehlerkultur existiert in der medizinischen Behandlung weitgehend nicht. Vielmehr gibt es Widerstände gegen eine Dokumentation von Fehlern. Solch ein Melderegister wäre allerdings eine Grundvoraussetzung für eine zukünftige Fehlervermeidung.

Die KKH fordert eine Stärkung der Patientenrechte. Geschädigte müssen schneller und leichter zu Ihrem Recht kommen.

Die Rolle der Krankenkasse als Partner der Versicherten sollte gestärkt werden. Zudem ist ein ärztliches Risikomanagementsystem einzuführen, mit dem Fehler von vornherein vermieden werden können. Vorbild könnten hier Sicherheitschecks in der Luftfahrt sein. 

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11. Berliner Dialog - Innovative Therapie gegen Migräne

Die Rahmenbedingungen im deutschen Gesundheitswesen sind zu wenig auf die Erprobung neuer und innovativer Versorgungsmodelle ausgerichtet. Das von Harvard prämierte Migräne-Programm der gesetzlichen Krankenkasse KKH zeigt, welche Innovationspotenziale gehoben werden können.

Krankenkassen haben es noch immer schwer, innovative Versorgungsmodelle zu erproben. Reglementierungen und große Hürden gilt es zu überwinden, um neue Wege für eine bessere Versorgung der Versicherten zu gehen. Ein zunächst als Modellvorhaben konzipiertes Migräne-Programm der KKH wurde aufgrund seiner Wirksamkeit von Professor Dr. Michael M. Porter von der Harvard-Universität als eines der drei weltweit besten Versorgungsmodelle ausgezeichnet. Mittlerweile bietet die KKH das Programm an mehreren Standorten sehr erfolgreich an. Das zeigt: Krankenkassen können gemeinsam mit Leistungserbringern qualitativ hochwertige und kosteneffiziente Versorgungsmodelle entwickeln. Man muss sie nur lassen! Es sind mehr Freiheit und Wettbewerb notwendig, um die Innovationspotenziale zum Wohle der Patienten und der gesetzlich Versicherten erkennen und heben zu können.

11. Berliner Dialog - Innovative Therapie gegen Migräne
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10. Berliner Dialog - Versorgungslücken im Gesundheitswesen

Unzureichende Diagnosen, falsche medikamentöse Behandlungen, Irrwege durch das Gesundheitssystem: Patienten haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, bis ihnen wirklich geholfen wird.

Für einige weit verbreitete Krankheiten gibt es eine medizinische Unterversorgung. So fehlen beispielsweise bundesweit 1000 Rheumatologen, die für eine leitliniengerechte Versorgung der Rheumapatienten ausgebildet sind. Zudem werden viele Versicherte nicht fachgerecht versorgt. Obwohl beispielsweise bekannt ist, dass Menschen mit einer koronaren Herzerkrankung Blutverdünner wie Aspirin benötigen, haben nach einer Auswertung der KKH über 40 Prozent der Patienten mit einer solchen Erkrankung dieses Medikament nicht erhalten. Auch bei Vorhofflimmern, eine mögliche Ursache für Schlaganfall, wurde bei über 32 Prozent der Patienten das notwendige Blutverdünnungsmittel nicht verschrieben.

Um diese Probleme zu lösen, schlägt die KKH vor, die Bedarfsplanung für Ärztezulassungen anzupassen. Auch die Fortbildungspflicht für Ärzte sollte weiter verstärkt werden, um eine qualitativ hochwertige Behandlung dauerhaft sicherzustellen. Außerdem brauchen Krankenkassen wettbewerbliche Rahmenbedingungen, die innovative Versorgungsmodelle ermöglichen.

10. Berliner Dialog - Versorgungslücken
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9. Berliner Dialog - (Be-)handeln wir richtig - Gesetzlich verordnete Versorgungsformen auf dem Prüfstand

9. Berliner Dialog - (Be-)handeln wir richtig - Gesetzlich verordnete Versorgungsformen auf dem Prüfstand
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8. Berliner Dialog - Kinder sind unsere Zukunft.....Für mehr Gesundheit von Anfang an

8. Berliner Dialog - Kinder sind unsere Zukunft.....Für mehr Gesundheit von Anfang an
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7. Berliner Dialog - Der informierte Patient - Plädoyer für ein Gesundheitscoaching

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6. Berliner Dialog - Wie krank macht Armut - Gesundheit und soziale Lage - Eine Herausforderung für alle

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4. Berliner Dialog - Krankenkassen als Wirtschaftsunternehmen - Wege, die eine Fusion einfacher machen

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3. Berliner Dialog - Zeit zum Handeln - finanzielle Stabilität in der Krankenversicherung ist keine Utopie!

3. Berliner Dialog - Zeit zum Handeln - finanzielle Stabilität in der Krankenversicherung ist keine Utopie!
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